Patrizia Köhler und Joe Häckl
Mekong mit dem Faltboot durch Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam

Mekong – Mit dem Faltboot durch Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam


23.Januar, 120 km südlich von Luang Prabang, Nordlaos

„... wieder versperrt uns ein gewaltiger Felsen den Blick auf den Verlauf des Flusses. Nur das Donnern des Wassers und das Grollen gewaltiger Felsen am Flussgrund geben uns eine Vorstellung von dem, was uns hinter der nächsten Flussbiegung erwartet. Steine, so scharf wie Rasierklingen, Strudel so groß, dass Baumstämme spurlos in ihnen verschwinden, Stromschnellen, in denen unser Faltboot nicht mehr zu kontrollieren ist. All das haben wir während der letzten Tage irgendwie gemeistert. Heute aber entscheiden wir uns, nachdem wir uns von einem erhöhten Felsen aus einen besseren Überblick verschaffen konnten, die jetzt vor uns liegende Stelle über das höhergelegene Flussbett zu umtragen ...‟

Liebe Reisende,

es sind Momente wie diese, die unsere Reise auf dem Mekong zu einem unvergesslichen Abenteuer werden lassen. Doch der Mekong ist mehr als nur ein ungezähmter, wilder Fluss. Er formt das Land, das er durchfließt, lässt eine wunderbare Landschaft entstehen und versorgt die Menschen an seinen Ufern, die den Mekong „Die Mutter aller Flüsse‟ nennen, mit Wasser und Nahrung. Für drei Monate sind unser Faltboot und der Fluss unsere Heimat. Wir werden ein Teil der Landschaft und der uns umgebenden Naturgewalten, gewinnen einen Einblick in das Leben der Menschen, die in ihren kleinen Dörfern an den Ufern des Mekong leben. Wir nächtigen teils an einsamen, idyllischen Plätzen. An anderen Tagen ist unser Zelt umringt von zahlreichen Frauen und Kindern. Dankbar nehmen wir die Hilfe und Ratschläge von Fischern an und beobachten die Menschen beim Bestreiten ihres Lebensunterhaltes. Wir überqueren ohne große Probleme die Grenzübergänge und werden vor allem in Kambodscha mit der tragischen Kriegsvergangenheit des Landes konfrontiert. In unserer Dia-Reportage möchten wir Sie mitnehmen auf diese abwechslungsreiche Reise und erzählen Ihnen live allerlei spannende, informative und humorvolle Geschichten unseres dreimonatigen Abenteuers.

Eure Patrizia und euer Joe

top

News

Sehr geehrte Vortragsbesucher und Biberfreunde, einige von Ihnen hatten vielleicht schon das große Vergnügen unser Bibermädchen in ihrem Gehege in unserem Garten zu besuchen. Oder sie haben sich mit Ihrem Kind unterhalten,welches uns mit seiner Kindergartengruppe oder Schulklasse besucht hat und Ihnen mit strahlenden Augen davon berichtet hat, wie weich sich das Fell eines Bibers anfühlt, wie orange die Zähne sind, welche Funktion der schuppige Schwanz hat und wozu die gespaltene Kralle dient.

Zukünftig wird Josephines Reich jetzt viel größer! Wir haben ein Grundstück in Nörting gefunden, welches uns und unserem Biber auch weiterhin gerecht wird und Ihnen auch weiterhin die Möglichkeit gibt, unseren handzahmen Biber zu besuchen. Das Grundstück ist über 5000 m² groß und sobald uns die Genehmigung vom Landratsamt vorliegt, wollen wir einen Schwimmteich für Josephine und eine Flachwasserzone als Biotopfläche anlegen. Des Weiteren sollen auch für Insekten und Käfer etliche Nischen im Garten entstehen und eine Totholzfläche soll dazu dienen den Kreislauf der Natur zu verdeutlichen. Ihre Kinder sollen bei uns auch weiterhin die Möglichkeit bekommen, ein sonst scheues Wildtier hautnah zu erleben und zu erfahren, warum jeder einzelne Baustein im natürlichen Kreislauf so wichtig ist. Unser Garten soll diese Zusammenhänge verdeutlichen. Damit Josephine das Grundstück nicht verlassen und auf die Straße laufen kann, ist natürlich ein geeigneter Zaun nötig. Alle Spenden, die auf unten angegebenes Konto eingehen, werden zur Errichtung des Zaunes sowie dem Anlegen der Teichflächen verwendet. Es würde uns sehr freuen und helfen wenn Sie sich an unserem Projekt finanziell beteiligen würden. Natürlich sind Sie auch ganz herzlich eingeladen Josephine in ihrem neuen Zuhause, das sie ungefähr im Oktober beziehen wird, zu besuchen.

Außerdem oder alternativ suchen wir Sie als Paten! Für einen einmaligen Betrag ab 100,- Euro erhalten Sie von uns das Versprechen jeden einzelnen Cent zum Wohlergehen dieses liebenswerten Tieres einzusetzen. Die ersten 10 Paten erhalten eine DVD mit den beiden auf SAT 1 Bayern ausgestrahlten Beiträgen über Josephines Kinderstube.

Bankverbindung: Patrizia Köhler, Freisinger Bank eG, BLZ 70169614, Kto 100048224, Stichwort Josephine

Für jede Spende ab einem Betrag von 50.- Euro schicken wir Ihnen bei hinterlassener Anschrift ein Postkartenset bestehend aus 10 Bildern aus unserem Diavortrag zu.

Weitere Vortragstermine können Sie unter " Termine " finden. Nach drei ausverkauften Veranstaltungen in Freising sind nun zwei Termine in Erding und einer im Neufahrner Kino an der Reihe. Wir freuen uns auf Sie!

Wenn Sie Pate werden wollen, schicken Sie uns eine E-Mail an info@faltbootreisen.de.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht und auf den Besuch vieler neuer Paten!

Patrizia, Joe und Josephine

Liebe Vortragsbesucher!

Wenn wir nicht in fernen Ländern unterwegs sind erkunden wir natürlich auch in unserer bayrischen Heimat unsere Umgebung gerne mit Faltboot, Fahrrad oder zu Fuß.

Vor vielen Jahren schon entdeckte Joe seine besondere Liebe zu den Bibern und hat sie und ihre Landschaftsgestaltung schon in zahlreichen Bildern dokumentiert.

Jetzt hat ein Jungbiber ( ca. 3 Wochen alt, vermutlich weiblich ) seinen Weg zu uns gefunden. Wahrscheinlich wurde er durch das derzeitige Hochwasser von seiner Familie getrennt. Nach Kontaktaufnahme zu Bund Naturschutz, Biberberatern und einem Tierarzt haben wir beschlossen dem kleinen Biber vorerst ein Zuahuse bei uns zu geben, damit er zu Kräften kommen kann.

Mittlerweile frißt die kleine Dame fleißig, wird immer aktiver und macht durch Körpersprache und Laute ziemlich deutlich, was ihr behagt und was nicht und hält dadurch ihre " Eltern" recht auf Trab.

Abgesehen davon ist sie sehr zuneigungsbedürftig, will in den Arm genommen und gestreichelt werden. Sie bringt uns sehr oft zum Lachen und wir sind schon sehr gespannt, wie sie sich weiterentwickelt.

Auf unserer Homepgae möchten wir Ihnen und euch einen kleinen Eindruck ihrer Entwicklung bei uns geben und ihr Interesse wecken an diesen liebevollen, schützenswerten Tieren.

Am liebsten frisst der kleine Biber frische Weidenblätter.

Der wichtigste "Leckerbissen" ist die fettige Milchmischung. Da wird schon mal mit dem ganzen Gesicht eingetaucht...

Wenn der Bauch voll ist holt sie sich noch ihre Streicheleinheiten und schläft dann den ganzen Tag tief und fest.

Schlafen und Kuscheln, das sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben unseres Bibermädchens.

Mittlerweile kann unser kleiner Biber seine vorderen Pfoten schon richtig zum Fressen einsetzen. Und wenn er seine Ruhe haben will, dann packt er mit seinen kleinen Pfoten unseren Finger und schiebt ihn ganz bestimmend aus seinem Nest...

Der platte Schwanz macht ihn einfach unverkennbar zum Biber... top

Nachlese

Judenburg, Österreich

Teilname am zehnten El Mundo Abenteuer- und Reise-Diafestival

El Mundo Diafestival

El Mundo Diafestival

El Mundo Diafestival

El Mundo Diafestival

München

Vom 26.Februar - 01.März.2009 stellten wir unser Faltboot auf der Erlebnismesse f.re.e in der Kanu-Erlebniswelt Halle B6 aus. Täglich gaben wir dort ein Interview, zeigten eine Auswahl unserer Bilder und standen für Fragen zur Verfügung.

f.re.e  München

top

Termine

  • Diavortrag "INDIEN - Mit dem Faltboot auf dem Ganges" 08.07.2011 um ca. 21.00 Uhr in Frankfurt (Interne Veranstaltung für den Verein PICCO)
  • Diavortrag "IM REICH DER BIBER" 10.11.2011 um 20.00 Uhr in Erding, Stadthalle
  • Diavortrag "IM REICH DER BIBER" 13.11.2011 um 11.00 Uhr in Neufahrn, Cineplex
  • Diavortrag "IM REICH DER BIBER" 17.11.2011 um 20.00 Uhr in Bobingen, Singoldhalle
  • Diavortrag "IM REICH DER BIBER" 18.11.2011 um 20.00 Uhr in 82319 Starnberg, Schlossberghalle
  • Diavortrag "IM REICH DER BIBER" 20.11.2011 um 11.00 Uhr in Erding, Kino Lichtspielberg
  • Diavortrag "MEKONG - Mit dem Faltboot durch Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam" 22.11.2011 um 20.00 Uhr in München, Globetrotter
  • Diavortrag "IM REICH DER BIBER" 08.12.2011 in Miesbach, Kinderuni
  • Weitere Termine sind in Arbeit...
top

Vita

Patrizia Köhler
geb. 1974 in München, sportbegeistert, abenteuerliebend und schon immer fasziniert von der Tier- und Pflanzenwelt über und unter Wasser. „Wenn wir nicht gerade mit dem Faltboot einen großen Fluss bereisen oder Vorträge über unsere spannenden Reisen halten, erkunden wir die Flüsse, Auwälder und Biberreviere unserer Heimat. Seit 2009 sind wir Pflegeeltern für ein verwaistes Biberbaby.“

Joe Häckl
geb. 1972 in Erding bei München, machte im zarten Alter von fünf Jahren seine erste „Bootsfahrt“ in einer Holzkiste im elterlichen Garten, den er vorher in einer mehrstündigen Aktion überflutete. Die Begeisterung für Wasser, Bootfahren, Reisen, Fotografieren und das Geschichten erzählen ist bis heute geblieben.

top

Kontakt

info 'at' faltbootreisen 'punkt' de

top

Die Faltbootreise auf dem Mekong

Am 01. Januar 2007 war es wieder soweit. Nachdem wir im Jahr 2001 den Ganges in Indien und 2005 den Chao Praya in Thailand mit unserem Faltboot bereist hatten, sollte es dieses Mal auf den Mekong gehen, den größten Fluß Südostasiens.

Der Mekong entspringt in Tibet und bahnt sich seinen Weg zunächst durch China, bis er schließlich am berühmt berüchtigten „Goldenen Dreieck„ auf Thailand, Burma und Laos trifft. Hier wollten wir unsere Reise beginnen und dem Mekong zunächst auf thailändischer Seite, dann schließlich durch Laos, Kambodscha und Vietnam für 3000 km folgen, bis er ins südchinesische Meer mündet.

Ausgerüstet mit 2 Packtaschen in denen unser Faltboot verstaut ist, je einem großen und einem kleinen Rucksack für andere Ausrüstungsgegenstände, Unterlagen und Landkarten, sowie unsere Kleidung für 3 Monate, geht es also am ersten Tag diesen Jahres von München über Frankfurt nach Bangkok und von dort aus gleich weiter in den Norden Thailands nach Chiang Rai. Von hier aus bringt uns ein Bus nach Chiang Saen, ein kleines, mittlerweile sehr touristisches Städtchen am Goldenen Dreieck, an dem nur noch ein Opiummuseum und ein Spielcasino an die Vergangenheit dieses verruchten Ortes erinnern.

Wir beziehen für 2 Tage einen kleinen Bungalow um uns zu akklimatisieren und einen geeigneten Platz zum Einsetzen in den Fluß auszukundschaften.

Dieser erste Schritt, das erstmalige Verlassen des sicheren Ufers, das Sich-wieder-auf –den- Weg-machen, ist jedes Mal aufregend und beängstigend zugleich.

Aber nach 2 Tagen wagen wir dann fast sprichwörtlich den Sprung ins kalte Wasser und bauen unter den Augen einiger, leider nur noch wegen der Touristen in traditionelle Tracht gekleidete Kinder, unser Faltboot auf. Unser 6m langes, mit Ausrüstung, Essen und Trinkwasser bepacktes Fortbewegungsmittel für lange Zeit.

Von oben bis unten eingepackt in lange Kleidung zum Schutz gegen die Sonne verlassen wir begleitet von vielen „Sabaidee‟ – Rufen Chiang Saen und paddeln zunächst am rechten thailändischen Ufer entlang. Am linken Ufer befindet sich Laos, für das wir noch kein abgestempeltes Visum besitzen.

In Chiang Khong verlassen wir Thailand , überqueren den Fluß und reisen am gegenüberlegenden Ufer in Huay Xai nach Laos ein. Ich erledige die Grenzformalitäten, während mein Freund Joe bei unserem Boot bleibt bis ich mit unseren beiden Visa zurückkomme... kurzerhand habe ich Joes Unterschrift auch unter seinen Antrag gesetzt, damit er sich nicht noch mal in die lange Schlange einreihen muß. Das erste von vielen Malen im Verlauf dieser Reise bei denen Joe eine Grenze passiert, ohne je von einem Grenzbeamten gesehen zu werden.

Eine Zeitlang ist der Mekong noch Grenzfluß zu Thailand, wir bewegen uns aber ab sofort auf laotischer Seite, wissen nicht genau, wie streng ein Fahren oder Übernachten auf der falschen Flussseite wohl gesehen werden würde. Einige Male müssen wir es allerdings darauf ankommen lassen, da die laotische Seite keine geeignete Stelle für uns und unser Zelt bietet.

Der Mekong ändert sein Gesicht. Aus dem breiten, recht gemächlich dahinfließenden Fluß wird um die nächste Flussbiegung herum ein mit Stromschnellen durchsetzter, der nur eine schmale Fahrrinne bietet. Diese ist aber von den regelmäßig vorbeifahrenden Fähren, den riesigen Frachtschiffen und auch kleineren Fischerbooten, mit denen wir den Mekong teilen, belegt. Am Beginn unserer Reise machen wir um diese Boote, die im Gegensatz zu uns alle mit Motor ausgerüstet sind, einen großen Bogen und so finden wir uns gelegentlich am Ufer wieder, wo wir unser Boot um diese schwierigen Stellen herumziehen. Die Menschen, die wir dabei immer wieder am Ufer treffen, sind zunächst meist etwas irritiert. Wen sollte das auch wundern. Seit Jahr und Tag kommen sie aus ihren Dörfern hier ans Mekongufer, um auf die ein oder andere Weise zum Lebensunterhalt ihrer Familie und ihrer Dorfgemeinschaft beizutragen. Die Männer sind meist mit dem Fischfang beschäftigt oder damit Netze zu flicken und Angelruten zu schnitzen. Die älteren Frauen haben ein Auge auf die Kinder, während die Mädchen mit großen Schalen im Mekong stehen und Gold aus dem Sand waschen. Da waren wir meist eine willkommene Abwechslung und oft haben die Leute uns geholfen um die schwierige Stelle herumzukommen und versuchten uns mit Gesten und Zeichnungen im Sand die Entfernung bis zu der nächsten heiklen Stelle kundzutun. Die Menschen in dieser Gegend kennen den Fluß und all seine Tücken natürlich wie ihre eigene Westentasche.

In Luang Prabang, einer wunderschönen, gemütlichen Stadt, die von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt wurde und sich deswegen viel von ihrem Charme bewahren konnte, verließen wir für 3 Tage den Mekong, um uns mal wieder zu duschen, uns etwas zu erholen und mit frischem Proviant sowie Trinkwasser einzudecken. Wir konnten die Mönche bei ihrem allmorgendlichen Allmosengang beobachten und die Stadt mit ihren alten Wats und dem Nachtmarkt auf uns wirken lassen.

Nach 3 Tagen ging es frisch gestärkt weiter. Wir paddelten bis zum späten Nachmittag und als wir um die nächste Flussbiegung herum die nächsten Stromschnellen hörten, die sich durch ein Grollen und Zischen ankündigten, beschlossen wir, diese Aktion auf den nächsten Tag zu verschieben und gingen ganz in der Nähe eines in den Hang gebauten Dorfes an Land. Während wir anfingen unser Zelt aufzubauen, wurden die Frauen und Kinder um uns herum immer zahlreicher. Joe und ich hatten in Luang Prabang zahlreiche Malbücher und Buntstifte gekauft und sobald unser Nachtlager fertig war, setzten wir uns mit den Kindern vor unser Zelt. Als ich anfing auf die unterschiedlichen abgedruckten Bilder des Malbuches zu deuten, fingen die Kinder an mir das laotische Wort dafür zu nennen. Immer mehr Kinder stimmten in dieses Spiel mit ein und alle amüsierten sich natürlich köstlich über meine Versuche, diese Worte wieder zu geben. Frosch goop, Fliege nüng, Mücke paahng.

Wir verbrachten einen wunderschönen Abend. Als wir am nächsten Tag jedoch wie gewohnt unseren Tag mit Tee und Kaffee beginnen wollten, stellten wir fest, dass unser Kocher nicht mehr funktionierte. Joe versuchte ihn mit allerlei Tricks wieder zum Laufen zu bringen, leider erfolglos. Der Verdacht drängte sich auf, dass wir in Luang Prabang falschen Sprit gekauft hatten. Glücklicherweise machte sich gerade in diesem Moment das Boot des Dorfes zum Einkaufen nach Luang Prabang auf den Weg und wir beschlossen kurzerhand, dass Joe mitfahren und ich bei unseren ganzen Sachen bleiben würde. In 4 Stunden wollte das Boot wieder zurück sein. Ich kramte also zunächst aus unseren Vorräten Frühstück für die Kinder und mich heraus und wir aßen zusammen. Irgendwann fing ich dann an unsere Ausrüstung zusammenzupacken, um startklar zu sein, sobald Joe wieder zurück wäre. Stunden um Stunden vergingen, in denen ich mir von den Kindern ihr Dorf zeigen ließ und sie danach lange beim Fischen und Spielen am Ufer beobachtete. Es herrschte eine fröhliche, ausgelassene Stimmung, die mich von meinen Sorgen um Joe ziemlich lange ablenkte. Als es zu dämmern anfing, baute ich unser Zelt am Ufer wieder auf und die Leute, die bemerkten, dass ich nun doch etwas unruhig wurde, versuchten mich weiterhin zu unterhalten. Nach 10 Stunden schließlich kehrten das Boot und Joe zurück. Erleichtert fielen wir uns in die Arme und berichteten uns von unserem doch sehr unterschiedlich verlaufenen Tag.

Am nächsten Morgen ließen wir uns von den Dorfältesten überreden uns ein Stück auf ihrem Boot flussabwärts bringen zu lassen. In, auf beiden Seiten leicht eingerostetem Französisch, war ein kleines Gespräch zustande gekommen, in dem sie uns von 3 sehr großen Stromschnellen berichteten. Solche Warnungen hören wir uns natürlich immer sehr aufmerksam an. Allerdings ist immer ein Abwägen angesagt, denn würden wir auf alle Warnungen hören, dürften wir eine solche Reise überhaupt nie antreten. Aber ein Vergleich mit unseren alten russischen Militärlandkarten und unser beider Bauchgefühl ließ uns dieses Mal die Entscheidung treffen, auf das Angebot einzugehen. Wir verluden also unsere ganze Ausrüstung auf das Dorfboot und ließen uns die nächsten drei Stunden durch Strudel, mit Durchmessern so lang wie unser Boot, hindurchfahren.

Noch zweimal im Verlauf unserer Reise sollten wir auf Angebote dieser Art zurückgreifen oder uns auch von Fischern, die Erbarmen mit uns hatten, wenn wir allzu sehr gegen den Wind zu kämpfen hatten, ins Schlepptau nehmen.

Im Laufe der Reise durchfuhren wir die unterschiedlichsten Landschaften. Oft versperrten uns riesige Felsen im Fluß die Sicht nach vorne und wir verbrachten viel Zeit mit Klettern, um uns einen Überblick über den nächsten Flussabschnitt machen zu können.
In Vientiane, der Hauptstadt von Laos, zog ich mir eine Magen-Darm-Erkrankung zu, die mich 10kg Körpergewicht kostete und unserer Reise beinahe ein frühzeitiges Ende bereitet hätte. Nach einer Woche war sie aber Gott sei Dank soweit abgeklungen, dass wir unsere Reise wieder fortsetzen konnten und am 02. März das Gebiet der 4000 Inseln erreichten.
Hier, an den größten Wasserfällen Südostasiens, scheiterten letztendlich immer sämtliche Pläne, den Mekong für die Schifffahrt durchgängig befahrbar zu machen. Die Franzosen versuchten sich an einem Verladebahnhof und einer Eisenbahn, um die Wasserfälle zu umfahren, was allerdings auch nicht von langwährendem Erfolg gesegnet war.

Kurz nach den 4000 Inseln liegt die Grenze zu Kambodscha, ein von der Vergangenheit so sehr gebeuteltes Land. Noch immer hält sich das Gerücht standhaft, Überbleibsel der Roten Khmer, der von Pol Pot aufgebauten Armee, würden im Grenzgebiet noch nach wie vor ihr Unwesen treiben. Dieses Gerücht wird auch von den Laoten aufrecht erhalten, von den Kambodschanern allerdings heftigst dementiert. Auch wir hatten natürlich ein etwas mulmiges Gefühl und ließen uns, unter anderem auch aus diesem Grund, von einem erfahrenen Capitain, ein Stück auf dem Fluß mitnehmen. Allerdings hatten wir auch, als wir wieder aus eigener Kraft auf dem Mekong unterwegs waren, nie das Gefühl, dass wegen der Menschen am Ufer irgendein Grund zur Sorge bestehe. Selbst als wir einmal wegen, durch starken Wind meterhoch aufgepeitschten Wellen, direkt neben einem kambodschanischen Slum unser Nachtlager aufschlagen mussten, einem Platz, den wir sonst auf jeden Fall gemieden hätten, wurden wir freundlich aufgenommen und mit warmer Suppe und Tee versorgt.

Am 15.03. brachten wir unseren letzten Grenzübergang dieser Reise hinter uns und befanden uns in Vietnam. Ab sofort herrschte reges Treiben auf dem mittlerweile sehr breiten Fluß. Überall warfen Fischer ihre Netze aus, neben uns tauchten auf einmal Männer aus der Tiefe auf, die am Flussgrund nach Muscheln tauchten. Zwischen den einzelnen Booten wurde reger Handel mit allerlei Waren betrieben. Gemüse, Töpfe und Stoffe wechselten über die Bootsreling hinweg ihre Besitzer. Am Ufer mehrten sich die Essenstände, an denen wir uns mit frisch zubereitetem Essen eindecken konnten. Diese Annehmlichkeit war allerdings auch dringend nötig, brachte uns doch das Paddeln in so unmittelbarer Nähe zum Meer, das ein oder andere Mal wirklich ans Ende unserer Kräfte. Wir mussten unseren Tagesablauf exakt den Gezeiten anpassen. Bei permanent starkem Gegenwind war an ein Vorankommen nur während der Ebbe zu denken. Das Ufer wurde zusehends schlammiger und war schließlich links und rechts von Mangrovenwäldern gesäumt, was ein Aussteigen für uns nur noch sehr selten möglich machte.

Schließlich erreichten wir am 21.März, nach 54 Tagen im Boot und 49 Nächten im Zelt mit Hilfe vietnamesischer Fischer, die uns ins Schlepptau nahmen, das südchinesische Meer.
Wieder ging also eine Flussreise für uns zu Ende. Es war eine, sowohl körperlich als auch mental sehr anstrengende, aber auch gleichermaßen schöne, bereichernde Reise. Eine Zeit, in der wir einmal wieder die Möglichkeit hatten, uns auf wesentliche Dinge zu beschränken und zu besinnen und auch die Gelegenheit bekamen die Hilfe und Freundlichkeit anderer Menschen am eigenen Leib zu erfahren. Die aufrichtig strahlenden Gesichter vieler Einwohner Thailands, Laos', Kambodschas und Vietnams werden uns wohl unser Leben lang begeleiten.

top

  • Foto 1
  • Foto 2
  • Foto 3
  • Foto 4
  • Foto 5
  • Foto 6
  • Foto 7
  • Foto 8
  • Foto 9
  • Foto 10
  • Foto 11
  • Logo Nautiraid

Joe Häckl, Weichstraße 1, 85445 Niederding, Tel: 0172 2857673, info 'at' faltbootreisen 'punkt' de